Bewegung im Jugendmedienschutz: FSK und USK von KJM anerkannt

Es gibt Neuigkeiten in Punkto Freiwillige Selbstkontrolle: Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat vergangene Woche in München entschieden, dass FSK.online und USK.online als neue Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle für den Bereich der Telemedien nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) anerkannt werden.

Es gibt Neuigkeiten in Punkto Freiwillige Selbstkontrolle: Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat vergangene Woche in München entschieden, dass FSK.online und USK.online als neue Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle für den Bereich der Telemedien nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) anerkannt werden.

Damit können jetzt beide Institutionen in ihren Bereichen auch reine Online-Angebote auf ihre Altersfreigabe prüfen. Die FSK hatte bisher Kinofilme, DVDs oder Blu-rays geprüft, die USK war für Computerspiele auf Trägermedien zuständig. Filme oder Spiele, die ohne Trägermedium allein im Netz abrufbar bzw. spielbar waren, wurden von der fsm (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter) geprüft. Sowohl FSK als auch USK fordern bereits lange, dass sie aufgrund ihrer großen Erfahrung auch berechtigt sein müssten, in ihrem jeweiligen Genre die reinen Online-Angebote überprüfen zu dürfen. Nach dem Entwurf des gescheiterten Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) wäre es für beide Institutionen möglich gewesen, eine solche Anerkennung bei der KJM zu beantragen. Nun hat die KJM offensichtlich auf Grundlage des alten JMStV einen Weg gefunden, die Online-Ableger anzuerkennen.

Es wird sich nun zeigen, ob die FSK und die USK ihre neuen Aufgaben ebenso gewissenhaft und gründlich ausführen, wie es die fsm bisher getan hat. Dem System der freiwilligen Selbstregulierung wäre dies zu wünschen, denn dann hätten wir an zusätzlicher Expertise gewonnen. Selbstregulierung, die Altersklassifizierung und die damit ebenfalls verbundenen Jugendschutzprogramme stehen und fallen mit einer vertrauenswürdigen Arbeit der Regulierer. Deshalb bin ich schon gespannt, welche Kriterien und Mechanismen der Selbstkontrolle die FSK und die USK für den Online-Bereich präsentieren werden.

Vor allem hoffe ich, dass alle drei Institutionen, fsm, USK und FSK, vor allem gemeinsam für die Selbstklassifizierung einstehen. Die Erfahrungen der Beteiligten kann wertvoll für einen wirksamen Jugendmedienschutz sein, deshalb setze ich auf die Kooperation aller.

Erfreulich ist aber auf jeden Fall: Nach dem Scheitern des JMStV-Entwurf im vergangenen Jahr sind wir nicht im Stillstand verharrt. Die KJM hat zum ersten mal ein Jugendschutzprogramm positiv bewertet, und die fsm bietet hier neuerdings die Möglichkeit, dass jeder seine Online-Angebote selbst klassifizieren kann. Das sind erste Fortschritte, und ich bin gespannt, wie die neuen Möglichkeiten angenommen werden.

3 Comments

  1. Juergen Ertelt

    Leider gibt es immer noch keine Einbeziehung der KritikerInnen, Eltern, Jugendlichen. Auf Grundlage des kritikwürdigen JMStV werden auch am Willen der Parlamente vorbei derzeit von der Exekutive! KJM Fakten geschaffen, die einer demokratischen Novellierung im Sinne von Erneuerung vorgreifen. Die Diskussion im Dialog-Internet des bmfsfj ist da konstruktiver!

  2. Lambert Zumbrägel

    Da muss ich Jürgen Ertelt Recht geben. Der Weg den die KJM geht ist der, den der gescheiterte JMStV eigentlich vorgibt. Wenn man das politische Scheitern einfach ignoriert, was ist daran dann Fortschritt. Es ist eher Ignoranz gegenüber der gesamten Diskussion.

  3. Diana von Webel (Mitarbeiterin von Tabea)

    Hallo Juergen,
    ich verstehe Deine Kritik an dieser Stelle nicht ganz. Nach geltendem JMStV (§ 16, Zitat s. u.) ist die KJM doch dafür zuständig, FSKen anzuerkennen. Sie schafft also genau die Fakten, die sie schaffen soll: Sie erkennt zwei etablierte Selbstkontroll-Einrichtungen an, die langjährige Kompetenzen haben.
    Was den Dialog Internet betrifft: Ich warte mal ab, wie die konkreten Handlungsempfehlungen am Schluss aussehen und vor allem: Wie sich die Ministerin in ihrer Partei/im Kabinett durchsetzen kann, wenn es an eine Umsetzung/Finanzierung geht. :) Das Thesenpapier des BMSFSJ ist mE recht beliebig: „Kinder- und Jugendschutz bedeutet konkret, Kinder durch sichere Surf- und Kommunikationsräume vor Risiken soweit als möglich zu schützen,“ kann man ja in viele Richtungen auslegen…
    ***
    „Die KJM ist zuständig für die abschließende Beurteilung von Angeboten nach diesem Staatsvertrag. Sie ist unbeschadet der Befugnisse von anerkannten Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle nach diesem Staatsvertrag im Rahmen des Satzes 1 insbesondere zuständig für
    […] 2. die Anerkennung von Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle und die Rücknahme oder den Widerruf der Anerkennung, […]“

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