Die Suche nach einem Urheberrecht für das digitale Zeitalter geht weiter

Am Montag, den 4. Oktober 2010 fand in den Räumen der <a href="http://www.boell.de">Heinrich-Böll-Stiftung</a> eine sehr interessante Veranstaltung mit dem Titel <a href="http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=8415&crtpage=2">Copyleft Now! - Neue Spielregeln für das digitale Zeitalter?</a> statt. Die Veranstaltung wurde bewusst in die Frankfurter Buchmesse, die vom 6. bis zum 10. Oktober 2010 stattfindet, eingebunden, denn Argentinien ist anlässlich des 200. Jahrestages seiner Unabhängigkeit diesjähriger Ehrengast der Messe.

Am Montag, den 4. Oktober 2010 fand in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung eine sehr interessante Veranstaltung mit dem Titel Copyleft Now! – Neue Spielregeln für das digitale Zeitalter? statt. Die Veranstaltung wurde bewusst in die Frankfurter Buchmesse, die vom 6. bis zum 10. Oktober 2010 stattfindet, eingebunden, denn Argentinien ist anlässlich des 200. Jahrestages seiner Unabhängigkeit diesjähriger Ehrengast der Messe.

Zum Hintergrund: Argentinien verfügt einerseits über eine der bedeutendsten Verlagsindustrien Lateinamerikas. Andererseits zählt das argentinische Urheberrecht zu den restriktivsten weltweit: Selbst öffentliche und Universitätsbibliotheken müssen Gebühren für eine potentielle Vervielfältigung ihrer Bestände entrichten – diese machen einen erheblichen Teil ihres Budgets aus.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion gingen Julio Raffo, Anwalt und Experte für Filmrecht, Patricio Lorente, Präsident Wikimedia Argentina, der argentinischen Medienwissenschaftlerin Beatriz Busaniche und Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin, die unter anderem auch Sachverständige der Grünen in der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” ist, der Frage nach, wie das zusammenpasst.

Während der Diskussion wurde deutlich, dass sich zahlreiche Parallelen zwischen der deutschen Diskussion um eine zukunftsfähiges Urheberrecht und der argentinischen ausmachen lassen. So setzen sich auch in Argentinien zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen für eine Reform des Urheberrechts und einen freieren Zugang zu Wissen und Bildung ein, um so nicht zuletzt demokratische Grundwerte zu schützen.

Die Erfahrung, dass künstlerische Werke wie materielle Güter behandelt werden, und dass die Bereitstellung von „Wissen für alle“ im Internet bestraft wird, veranlasst auch argentinische Initiativen dazu, neue Strategien für ein reformiertes Urheberrecht zu entwickeln. Dazu zählen Strategien selbstverwalteter Verlage und Autoren, die ihre Lizenzbedingungen selber festlegen. Das Instrument, dessen sich die argentinische Verlage dabei bedienen, heißt „Copyleft“, daher auch der Titel der Veranstaltung.

Im Zuge des wirklichen spannenden Erfahrungsaustausches, den Ihr hier noch einmal anschauen könnt, wurde die ebenfalls sehr empfehlenswerte Publikation „Argentina Copyleft!“ vorgestellt. Die Publikation „Argentina Copyleft!“ kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellt und runtergeladen werden.