Keine Diskriminierung beim Breitbandausbau

Bisher hat sich die Deutsche Telekom geweigert, Kunden mit der neuen Funktechnik LTE zu versorgen, die bereits DSL-light zur Verfügung hatten. Das soll sich das ab dem 29. Juni 2011 ändern. Den Stein ins Rollen gebracht hatte meine schriftliche Anfrage beim Bundeswirtschaftsministerium.

Wie ich durch mehrere Beschwerden erfahren habe, hat sich die Deutsche Telekom bisher geweigert, Kunden mit der neuen Funktechnik LTE zu versorgen, die bereits DSL-light zur Verfügung haben. DSL-light verfügt aber nur über einen Download von 384 kbit/s sowie einen Upload von 64 kbit/s. LTE kann zwischen 1 und 6 Mbit/s möglich machen. Dass die Deutsche Telekom den Kunden aus diesem Grund einen LTE-Anschluss untersagt hat, ist eine Farce. Denn DSL-light klingt zwar nett, ist aber ein Schmalspuranschluss, mit dem heute niemand effektiv das Netz nutzen kann. Durch den Erwerb der Funkfrequenzen für LTE hat sich unter anderem die Deutsche Telekom zum Ausbau von LTE in den ländlichen Regionen verpflichtet. Mit der Verweigerung der Telekom wurde das Ziel der Frequenzversteigerung unterlaufen.

Ich hatte deshalb vor einigen Wochen bei der Bundesregierung nachgefragt, aber auch der war die Praxis nicht bekannt. Offensichtlich kam durch Einschalten des Bundeswirtschaftsministeriums Bewegung in die Angelegenheit. Denn die Telekom teilte jetzt mit: Ab dem 28. Juni 2011 wird sie auch den Kunden mit einem DSL-light Anschluss das schnellere LTE anbieten. Damit wird die Diskriminierung einzelner Kunden nun hoffentlich beendet.

Ich begrüße das, auch wenn ich nicht verstehe, warum es erst zu dieser Diskriminierung kam. Denn schnelles Internet ist Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger sowie für die wirtschaftliche Perspektive von Unternehmen.

Besonders freut es mich, dass ich dadurch vielen Bürgerinnen und Bürgern, die den Zustand mir gegenüber beklagt hatten, schnell und unbürokratisch helfen konnte. Denn manchmal hilft ein bisschen Druck schon, um etwas zu bewegen. Wenn Ihr also ähnlich gelagerte Fälle kennt, dann informiert mich. Vielleicht lässt sich ja auch da etwas machen.

5 Comments

  1. Jan

    Was bitte heißt denn, dass die Telekom den bisher benachteiligten Kunden ab dem 28.06. LTE anbieten wird? Erstens sind die Netze doch noch gar nicht ausgebaut (oder hat sich das inzwischen geändert) und zweitens müssen doch sowie nicht alle Ortschaften mit LTE versorgt werden, sondern nur 90%. Ich frage deshalb, weil ich selbst unter dieser Unterversorgung zu leiden habe und bisher aus eben jenem Grund von der Telekom (und auch sonst von keinem Anbieter) mit LTE versorgt worden bin und gerne wüsste, ob sich das noch jemals ändert.

    Grüßle

  2. Jens

    Wer auf dem flachen Land wohnt, legt mehr und längere Strecken mit dem Automobil zurück. Ökologisch finde ich Diskriminierung ländlichen Wohnens super.

    Eigentlich finde ich es auch nicht so gut, wenn die Telekom extra Glasfaser in den Wald legen muss und die Kosten auf alle Kunden verrechnet werden, weil da jemand billig Bauland gefunden hat aber sein Breitband deshalb auch nicht teurer sein darf.

  3. telekom

    Es gibt ca. 3,5 Millionen die haben noch nicht mal DSL light !!!

    Schon mal drüber nach gedacht ???

    Und die kriegen oftmals auch kein LTE ……

    nur mal so nebenbei…

  4. Redaktion

    Ja, darüber denken wir nicht nur nach, sondern arbeiten auch an Lösungen. Wir diskutieren intensiv über die Einführung eines Universaldiensts für Breitband-Internet, mit dem jede*r Bürger*in ein Recht auf schnelles Internet überall bekommen würde.

  5. breitband

    @telekom: die zahl 3,5 mio ist von dir einfach mal so behauptet, sie ist aber mitte 2011 unfundiert! tatsächlich waren es zur jahreswende 2010/11 knapp 700.000, die kein breitband haben (zahlen des bmwi, das sind 700tsd zu viel, keine frage).

    @red: der lte-ausbau schreitet neben dem sonstigen, weiterhin stattfindenden breitbandausbau voran. was soll da ein universaldienst verbessern, der ohnehin nur eine einstellige mbit-grundversorgung absichern könnte? wo ist bei immer leistungsfähigerem funk und satelliten die anspruchsberechtigung auf dsl oder anderes kabel-breitband? ein ud killt aber innovationen und er treibt die preise.

    wenn ihr euch allerdings dem populismus der linken annähern wollt, dann seid ihr sicher mit einem antrag auf dem richtigen weg. macht es euch dann ganz besonders einfach und tretet dem von der linksfraktion vorliegenden antrag bei.

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