Scheitern der MDR-Intendatenwahl ist ein gutes Zeichen für die Staatsferne

Heute ist ein guter Tag für die Staatsferne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, finde ich. Denn heute wurde im Rundfunkrat bei der Wahl des zukünftigen Intendanten nicht einfach der Kandidat der CDU durchgewunken. Im Gegenteil, statt der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit bekam der Kandidat Bernd Hilder nur eine Zwei-Drittel-Ablehnung.

Heute ist ein guter Tag für die Staatsferne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, finde ich. Denn heute wurde im Rundfunkrat bei der Wahl des zukünftigen Intendanten nicht einfach der Kandidat der CDU durchgewunken. Im Gegenteil, statt der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit bekam der Kandidat Bernd Hilder nur eine Zwei-Drittel-Ablehnung.

Der Rundfunkrat des MDRs war sich seiner Rolle als unabhängiges Gremium bewusst und ist seiner Verantwortung gerecht geworden. Ein erster Versuch der CDU-geführten Staatskanzlei Sachsens, den eigenen Mann auf Biegen und Brechen durchzusetzen, ist damit gescheitert. Der Rundfunkrat hat sich als Souverän beim MDR bewiesen und hat die staatlichen Begehrlichkeiten abgewehrt.

Es ist zu begrüßen, dass nach den vielen Skandalen rund um den MDR der Sender jetzt einen Schritt auf dem richtigen Weg ist, seine Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Dennoch müssen jetzt die Verantwortlichen schnellstmöglich eine Alternative präsentieren, die keine Verlegenheitslösung sein darf. Denn es warten wahre Herkulesaufgaben auf die neue Intendanz: Er oder sie muss den MDR-Stall ausmisten, die vergangenen Korruptionsfälle aufklären und für mehr Transparenz sorgen. Darum ist es jetzt zwingend notwendig, dass der neue Intendant unabhängig ist und Konzepte vorlegen kann. Noch einen durch widersprüchliche Wahlgänge und den Ruch der politischen Einflussnahme angeschlagenen Kandidaten vorzuschlagen, kann sich der MDR und der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht leisten.