Freie Software für sichere IT: 1.000 Tage Freie/Open Source-Software in der Landtagsfraktion Sachsen

In unregelmäßigen Abständen berichten wir in unserer Rubrik “Aus den Ländern” über Initiativen, Veranstaltungen und Debatten aus dem Bereich Innen- und Netzpolitik in den Bundesländern. Ebenso schreiben ab und an VertreterInnen aus den Ländern über aktuelle Initiativen. An dieser Stelle resümiert Dr. Karl-Heinz Gerstenberg nach 1000 Tagen den Umstieg der sächsischen Landtagsfraktion auf Freie Software.

In unregelmäßigen Abständen berichten wir in unserer Rubrik “Aus den Ländern” über Initiativen, Veranstaltungen und Debatten aus dem Bereich Innen- und Netzpolitik in den Bundesländern. Ebenso schreiben ab und an VertreterInnen aus den Ländern über aktuelle Initiativen. An dieser Stelle resümiert Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, medienpolitischer Sprecher nach 1000 Tagen den Umstieg der sächsischen Landtagsfraktion der Grünen auf Freie Software.

Seit Dezember 2011 setzt die Fraktion auf ihren Computern im Sächsischen Landtag für zahlreiche Anwendungen Freie Software ein. Wir haben uns 2011 für den Einsatz Freier Software entschieden, weil deren Vorteile bei der IT-Sicherheit und den mittelfristigen Kosten eindeutig sind. Vor allem  aber wollten wir die Abhängigkeit von wenigen Herstellern, deren Strategien und Preispolitiken beenden. Diese Erwartungen haben sich erfüllt: Seit 1.000 Tagen arbeiten wir erfolgreich mit Freier Software. Im Zentrum steht dabei die Bürosoftware LibreOffice und die konsequente Anwendung offener Schnittstellen für das Erstellen, Austauschen & Archivieren von Dokumenten.

In der sächsischen Landesverwaltung hingegen führt Freie Software immer noch ein Mauerblümchendasein. Ganz dominierend kommen Microsoft-Produkte zum Einsatz. Dadurch sind allein von 2009 bis 2011 jährlich Lizenzkosten in Höhe von durchschnittlich 12,5 Millionen Euro angefallen. Zugleich haben externe Großunternehmen Zugriff und Einfluss auf behördeninterne Arbeitsabläufe sowie auf sensible Kommunikation und Daten sächsischer Bürgerinnen und Bürger. Sachsen braucht dringend eine Machbarkeitsstudie und eine IT-Strategie, die die weitgehende Migration sächsischer Ministerien und nachgeordneter Behörden zu Freier Software zum Ziel hat.

Der Sächsische Landtag kann bei diesem Übergang zu Freier Software eine Vorreiterrolle spielen. Browser, Videoplayer und Brennprogramm sind derzeit ein Anfang, dem die Bürosoftware folgen sollte. Dadurch würde die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen vereinfacht. Aber auch das Betriebssystem für die Arbeitsplätze muss nicht ewig Windows heißen. Immerhin halten es selbst CDU und FDP seit diesem Jahr für möglich, dass Freie Software eine wichtige Rolle bei der IT-Sicherheit spielt.

Hintergrund:

» Große Anfrage „Freie Software in Sachsen – Einsatz von Free/Libre and Open Source Software (FLOSS) in der Landesverwaltung“ 

» Eckpunktepapier zur Großen Anfrage

» Hintergrundpapier zur Großen Anfrage

» LibreOffice