Mit dem Recht auf Reparatur Elektroschrott reduzieren

Oft gehen Elektrogeräte viel zu schnell kaputt. Um die Massen von Elektroschrott zu reduzieren, brauchen wir ein Recht auf Reparatur und eine bessere Wiederverwertung von kaputten Altgeräten. In zwei grünen Anträgen haben wir eine Reihe von Vorschlägen hierzu gemacht.

Allein 2017 wurden in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen Elektrogeräte in Verkehr gebracht. Jedes Jahr werden in Deutschland 24 Millionen neue Smartphones verkauft. Der Hunger nach neuen Geräten hat viele Gründe: Manche wollen jedes Jahr ein neues Handy, weil sie es schick finden, oder weil die neue Waschmaschine noch ein bisschen stromsparender ist als das Modell vom Vorjahr. Dadurch droht allerdings der sogenannte Rebound-Effekt: Insgesamt würden wir zwar immer effizientere Geräte nutzen, aber auch die Menge an Elektroschrott würde unaufhaltsam wachsen und dadurch die Umwelt immer stärker belasten. Ein anderes großes Problem besteht darin, dass von der elektrischen Zahnbürste bis zum Laptop viele Elektrogeräte schon nach kurzer Nutzungsdauer verschleißen und durch ein neues Gerät ersetzt werden müssen. Das ist einerseits ein Ärgernis für die Verbraucherinnen und Verbraucher, andererseits heizt das die Verschwendung von wichtigen Rohstoffen weiter an.

In zwei grünen Anträgen haben wir deshalb eine Reihe von Vorschlägen gemacht, wie wir den entstehenden Elektroschrott reduzieren können. Ein zentraler Angelpunkt ist das Recht auf Reparatur (Antrag „Elektroschrott reduzieren – Recht auf Reparatur“). Denn wenn Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise einen kaputten Akku eines Smartphones kostengünstig und unkompliziert austauschen oder selbst reparieren können, erübrigt sich in vielen Fällen der Kauf eines neuen Gerätes. Damit das klappt, wollen wir die Hersteller von Elektrogeräten dazu verpflichten, Geräte modular zu gestalten, Ersatzteile und Reparaturanleitungen für die erwartete Lebensdauer eines Gerätes bereitzustellen und nach Ablauf dieser Frist Bauanleitungen für Ersatzteile der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Nutzerinnen und Nutzer können dann Ersatzteile beispielsweise per 3D-Druck selbst herstellen.

Überall in Deutschland engagieren sich bereits viele Menschen ehrenamtlich in Repair Cafés oder sind in Organisationen aktiv, die alte Geräte wieder fit machen und an Bedürftige wie armutsgefährdete Kinder oder Geflüchtete abgeben. Diese Organisationen wollen wir stärker unterstützen.

Nicht zuletzt ist aber auch das Recycling sehr wichtig (Antrag „Elektroschrott – Wertstoffkreisläufe schließen“). Für Smartphones und Tablets wollen wir deshalb ein Pfand in Höhe von 25 Euro einführen. Das schafft einen Anreiz, ausgediente Geräte zurückzugeben und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Weil eine lückenlose Sammlung die Grundlage dafür ist, Altgeräte wiederzuverwenden oder hochwertig zu recyceln, fordern wir eine Rücknahmepflicht für alle stationären Händler und Onlinehändler, die Elektrogeräte führen. Unser Ziel ist es, dass die Rückgabe von Altgeräten genauso einfach wird wie der Kauf eines neuen Geräts.

Mehrere Abgeordnete der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben sich mit ihren Wahlkreisbüros Anfang des Jahres an einer Sammelaktion der Deutschen Umwelthilfe für alte Handys beteiligt (z.B. Tabea Rößner in Mainz). Die Daten auf den Geräten werden jetzt fachgerecht gelöscht und die Handys für eine weitere Nutzung aufbereitet oder hochwertig recycelt. Das beweist, dass wir alle einen Beitrag zur Reduktion von Elektroschrott leisten können.

Mehr Infos zum Thema gibt es auch auf der Webseite der grünen Bundestagsfraktion.

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