Veranstaltung #favelasonline zum digitalen Wandel in den Armenvierteln von Rio

Im Rahmen der Veranstaltung "#favelasonline - Digitaler Wandel in den Armenvierteln von Rio de Janeiro" widmet sich die Heinrich-Böll-Stiftung am 22. Januar 2014 den Potentialen und Grenzen des Internet für die gesellschaftliche und politische Teilhabe sowie deren Qualität. Neben Vorträgen und Diskussionen werden vor allem engagierte FavellabewohnerInnen selbst per Live-Chat und Twitter zu Wort kommen und so einen direkten und tiefen Einblick ermöglichen in ihre Lebensrealität ermöglichen.

Im Rahmen der Veranstaltung „#favelasonline – Digitaler Wandel in den Armenvierteln von Rio de Janeiro“ widmet sich die Heinrich-Böll-Stiftung am 22. Januar 2014 den Potentialen und Grenzen des Internet für die gesellschaftliche und politische Teilhabe sowie deren Qualität.

Mit den bevorstehenden Großereignissen Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 wandelt sich der Alltag in den Favelas von Rio de Janeiro. Bis zur WM möchte der Staat etwa 250 der rund 1000 Favelas in Rio polizeilich besetzen. Damit sollen die Drogenbanden, die die Armenviertel bisher beherrschten, zurückgedrängt werden. Mit der Präsenz der Befriedungspolizei UPP und Investitionen in die Infrastruktur sollen die Favelas und damit die Stadt insgesamt sicherer werden.

Doch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Favelas bleiben Probleme wie Polizeigewalt, Korruption oder mangelnde Infrastruktur nach wie vor bestehen. Es treten dazu neue Konflikte, wie Umsiedelungen für umstrittene Projekte, etwa Seilbahnen in Favelas, auf. Manche Bewohner/innen befürworten die UPP-Strategie, andere empfinden die “Pazifizierung” als Besetzung durch einen Staat, der vor allem die Interessen der Wohlhabenden vertritt und zudem den Tourismus fördern will.

Obwohl es in den Favelas oftmals an grundlegender Infrastruktur wie Kanalisation oder Müllabfuhr mangelt, gehört der Zugang zum Internet  vor allem für die junge Generation inzwischen zum Alltag.  Das Internet ermöglicht den Menschen, ihre vielfältigen Perspektiven sichtbarer zu machen und gesellschaftlich und politisch aktiv zu werden: Aufrufe auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter mobilisierten im vergangenen Frühjahr FavelabewohnerInnen, an den brasilianischen Sozialprotesten teilzunehmen und  erleichtern es, eigene Proteste und Kampagnen innerhalb der Favelas zu organisieren. Etablierte und neue Favela-Initiativen wie Community-Zeitungen oder NGOs machen online auf Probleme aufmerksam, versammeln UnterstützerInnen und fordern die Politik zum Handeln heraus.

Am 22. Januar 2014 19.30 – 21.30 Uhr werden in der Heinrich-Böll-Stiftung (Schumannstr. 8, 10117 Berlin) neben Vorträgen und Diskussionen, vor allem engagierte FavellabewohnerInnen selbst per Live-Chat und Twitter zu Wort kommen und so einen direkten und tiefen Einblick ermöglichen.

Die beiden Journalistinnen Julia Jaroschewski und Sonja Peteranderl (BuzzingCities.net) haben seit 2011 zahlreiche Interviews in den Favelas von Rio geführt, selbst in der Favela Rocinha gewohnt, live aus der Favela gebloggt (www.favelawatchblog.com) und  führen mit Vorträgen und Diskussionen ein. Anschließend diskutieren Michel Silva (Favela Rocinha), Carol Lima (Favela Complexo do Alemão), Tiago Bastos (Favela Complexo do Alemão), Bruno F. Duarte (Favela Morro da Providência) per Live-Chat unter der Moderation von  Thomas Fatheuer (ehemaliger Leiter des Brasilienbüros der hbs, Berlin) mit. Eine Simultanübersetzung aus dem Portugisischem wird bereitgestellt. Eine anmeldung ist nicht nötig.

Weitere Informationen zur Veranstaltung findet Ihr auf den Seiten der Heinrich-Böll-Stiftung.