„Zeitbombe Internet“?

Es ist eine düstere Zukunft, die die beiden Wirtschaftsredakteure der ZEIT dem Internet in ihrem aktuellen Buch vorhersagen: Bankkonten werden von Hackern leergeräumt, die Stromversorgung ganzer Großstädte wird gekappt, auf Facebook gibt es keine vertrauliche Kommunikation mehr: die Abhängigkeit vom Netz bedrohe unseren Wohlstand, schreiben sie in ihrem neuen Buch „Zeitbombe Internet“. Und die Politik – meinen sie – hätte längst die Kontrolle verloren: Versagen durch Unterlassen. Gleichzeitig unterbreiten die beiden ZEIT-Redakteure konkrete Vorschläge, wie wir „unser“ Internet wieder mitgestalten können: Sie plädieren u.a. für ein Recht auf Anonymität im Internet und und sähen dies gerne gesetzlich verankert. Über diese Forderungen und darüber, ob die Bombe wirklich tickt und wie wir ggf. die Kontrolle zurückgewinnen könnten, sofern wir sie verloren haben, diskutieren die Grünen des Kreisverbandes München-Stadt mit interessanten Gästen und laden alle Interessierten herzlich hierzu ein.

In regelmäßigen Abständen informieren wir auf gruen-digital unter der Rubrik „aus den Ländern“ über Interesse Veranstaltungen und Initiativen im Bereich der Innen- und Netzpolitik.

Es ist eine düstere Zukunft, die die beiden Wirtschaftsredakteure der ZEIT dem Internet in ihrem aktuellen Buch vorhersagen: Bankkonten werden von Hackern leergeräumt, die Stromversorgung ganzer Großstädte wird gekappt, auf Facebook gibt es keine vertrauliche Kommunikation mehr: die Abhängigkeit vom Netz bedrohe unseren Wohlstand, schreiben sie in ihrem neuen Buch „Zeitbombe Internet“. Und die Politik – meinen sie – hätte längst die Kontrolle verloren: Versagen durch Unterlassen.

Dabei unterbreiten die beiden ZEIT-Redakteure konkrete Vorschläge, wie wir „unser“ Internet wieder mitgestalten können: Sie plädieren u.a. für ein Recht auf Anonymität im Internet: Auch wer ein Buch online bestellt, müsse seine Identität nicht preisgeben: Packstationen könnten ausschließlich mit Kundennummern arbeiten und vertrauenswürdige Zwischendienstleister die wahren Identität des Käufers oder der Käuferin verschleiern. Anders als Facebook und Google das in ihren AGBs vorschreiben, plädieren Fischermann und Hamann für ein Recht auf Anonymität im Internet – und sähen dies gerne gesetzlich verankert.

Sechs Monate nach dem Erscheinen eines Films auf DVD oder nach der Erstveröffentlichung eines Musiktitels habe eine illegale Kopie keinen gewerblichen Charakter mehr, zitieren sie das Oberlandesgericht Köln (AZ: 6 W 155/10) und deshalb könne man doch darüber nachdenken, ab wann man digitale Kulturgüter straffrei kopieren und weiterverbreiten dürfe.

Die beiden Autoren stellen fest: Wenn Daten erst einmal im Internet gelandet sind, dann bleiben sie dort – und fallen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eines Tages in böse Hände, befürchten sie. Deshalb fordern sie die Politik auf, „wider die Datenfettsucht“ vorzugehen und Datensparsamkeit gesetzlich vorzuschreiben.

Über diese Forderungen und darüber, ob die Bombe wirklich tickt und wie wir ggf. die Kontrolle zurückgewinnen könnten, sofern wir sie verloren haben, diskutieren die Grünen des Kreisverbandes München-Stadt mit interessanten Gästen und laden alle Interessierten herzlich hierzu ein.

Nach einer Lesung diskutieren am Mittwoch, dem 16.11.11, zwischen 20:00 Uhr – 22:00 Uhr Jerzy Montag, Malte Spitz, Thomas Fischermann und Sandra Mamitzsch im Augustiner Bürgerheim. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zu den Diskutanten:

Jerzy Montag
rechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
http://jerzy-montag.de

Malte Spitz
Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
http://www.malte-spitz.de

Thomas Fischermann
stellv. Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT
und Co-Autor von „Zeitbombe Internet“
http://www.zeitbombeinternet.de

Sandra Mamitzsch
Digitale Gesellschaft e.V.
http://digitalegesellschaft.de

Moderation:
Thomas Pfeiffer
Mitglied im Vorstand der Grünen des KV München-Stadt
http://webevangelisten.de

Infos und Leseprobe zum Buch:
Thomas Fischermann und Götz Hamann: Zeitbombe Internet: Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird. Erschienen im August 2011 im Gütersloher Verlagshaus. ISBN-13: 978-3579066820 Leseprobe.

3 Comments

  1. Christian Scholz

    Mich würde interessieren, wann diese Zeitbombe denn endlich platzt. Warten wir nicht seit den 80ern drauf, dass irgendwann mal irgendwas platzt und uns in die Steinzeit zurück katapultiert? Welche bösen Hände sind denn gemeint? Was machen die böses mit den Daten. Und wann beginnen sie denn endlich mal damit, damit man auch mal Beispiele hat und nicht immer auf die Zukunft verweisen muss?

    Ich sehe eher neue Chancen für die Demokratie und Gesellschaft, viele neue Geschäftsmodelle, viel mehr Vernetzung zwischen Menschen und viel mehr Positives als Negatives, gerade weil wir Daten freigeben und weil nicht jedes Bit opt-in ist.

    Also bitte Balance finden anhand von konkreten Gefahren und nicht Paranoia. Könnte man den Autoren das mal mitteilen? Danke :-)

  2. Jens Best

    Die Beschäftigung mit solch anti-modernen Radikalpositionen bringt uns nicht weiter.

    Wer sich ernsthaft mit der digitalen Gesellschaft im 21. jahrhundert beschäftigen will, sollte diese Panik-Schreiber, die oft mit ihren Kassandra-auf-LSD-Trips Büchern nur Kasse machen wollen, nicht beachten.

    Viel wichtiger ist die Frage, wie unser grundlegendes Verständnis von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität durch die digitale Ebene der Realität weiterentwickelt und der Einfluß intransparenter Machtstrukturen zurückgedrängt werden kann.

    Wer sich im Informationszeitalter mit Leuten unterhält, die allen ernstes das Wort „Datenfettsucht“ benutzen…….der verschwendet seine Zeit.

  3. Thomas Pfeiffer

    Hallo,

    ich denke, dass wir als „Netzcommunity“ uns sehr wohl mit Leuten auseindersetzen sollten, geradezu müssen, die anderer Meinung sind als wir.
    Und als stellv. Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT sind die beiden Buchautoren durchaus messbare Größen in unserem Land. Mit denen müssen wir uns auseinandersetzen, ob wir deren Meinung teilen oder nicht.
    Fischermann und Hamann wissen, worüber sie schreiben. Jetzt gilt es zu beleuchten, was wir selber davon halten.
    Ich glaube, es ist eines der Probleme des Internets, dass man sich in Echokammern einigelt und sich nur mit solchen Leuten unterhält, die die eigene Meinung teilen. Das finde ich sehr schade und in der Sache nicht förderlich.

Comments are closed.