Keine Industrie 4.0 ohne Bildung 4.0 und Open Educational Ressources

Digitale Medien werden in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern am wenigsten in den Unterricht integriert - Computer- und Informationsbezogene Kompetenzen sind dementsprechend nicht gleichermaßen verteilt und vor allem auch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. In einem gastbeitrag spricht sich Özcan Mutlu für den verstärkten Einsatz von digitalen Bildungsmaterialien ein. Um die Bundesregierung von den Vorteilen der digitalen Bildung und von Open Educational Ressources zu überzeugen, haben wir in den vergangenen Monaten verschiedene Initiativen erarbeitet.

Die Studie ICILS-2013 hat deutlich gezeigt, dass unser Bildungssystem nicht in der Lage ist, seine Schülerinnen und Schüler auf das digitale Zeitalter vorzubereiten. Digitale Medien werden in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern am wenigsten in den Unterricht integriert –  Computer- und Informationsbezogene Kompetenzen sind dementsprechend nicht gleichermaßen verteilt und vor allem auch nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Abermals wird zudem deutlich, dass die Chancenungerechtigkeit im Deutschen Bildungssystem auch vor diesem Thema keinen Halt macht: Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch benachteiligten Familien verlieren erneut den Anschluss. Daher ist es umso wichtiger, dass Medienbildung in allen Schulen als fächerübergreifende Schlüsselkompetenz vermittelt wird.

Industrie 4.0, Big Data, die Cloud – diese Schlagwörter verkommen zur Floskel, wenn junge Menschen nicht über entsprechende Kompetenzen verfügen. Dabei geht es uns nicht um das passive und oberflächliche Konsumieren von Facebook, Whats App und Co. – es geht um Bildungseinrichtungen, die junge Menschen darin unterstützen, als mündige Akteure die digitale Zukunft kreativ mitzugestalten.

Niemand kann bestreiten, dass eine Schule die auch digital gedacht wird, für ihre Schülerinnen und Schüler ganz andere Förderungsmöglichkeiten bietet. Digitalisierte Lern- und Lehrkonzepten können dabei helfen, flexibel und dynamisch mit neuen Situationen umzugehen, z.B. auch bei der enorm wichtigen Integration von Geflüchteten in das Bildungssystem. Die Digitalisierung dient aber auch als Multiplikator für die Lehrkräfte und ist auch eine große Chance für die inklusive Bildung.

Digitale Bildung kostet Geld. Geld, das nicht alle Bundesländer allein aufbringen können. Darum muss der Bund eingreifen und Investitionen in die Digitale-Bildung für alle sichern. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik. Ohne Bildung 4.0, keine Industrie 4.0. Oder frei nach J.F. Kennedy: „Es gibt auf Dauer nur eins, was teurer ist als digitale Bildung: keine digitale Bildung.“

Um die Bundesregierung von den Vorteilen digitaler Bildung und von Open Educational Ressources zu überzeugen, haben wir in den vergangenen Monaten verschiedene Initiativen erarbeitet. Hier findet Ihr unsere allgemein gehaltene Kleine Anfrage zur Digitalen Bildung (pdf), hier eine Kleine Anfrage zum weiteren Vorgehen der Bundesregierung in Sachen Open Educational Ressources (pdf) sowie unseren Antrag „Die digitale Welt verstehen und mitgestalten – Lernen und Lehren digitalisieren“ (pdf).

Am 18. November 2015, also am Vorabend des nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung, veranstalten die Grüne Bundestags- und die Berliner Abgeordnetenhausfraktion einen gemeinsamen, offenen IT-Gipfel. Hier wird das Thema Open Educational Ressources eine wichtige Rolle einnehmen. Hier findet Ihr alle weiteren Infos zum 2 offenen Gipfel