Expertengespräch der EIDG-Projektgruppe „Zugang, Struktur und Sicherheit“ zu IPv6

Am Montag, dem 21. Mai 2012 findet zwischen 15.00 bis 18.00 Uhr in Raum E.400 des Paul-Löbe-Hauses des Deutschen Bundestages im Rahmen der Sitzung der Projektgruppe „Zugang, Struktur und Sicherheit im Netz“ ein öffentliches Expertengespräch zum Thema „IPv6 – Sicherheitsaspekte“ statt. Interessierte sind wie immer herzlich willkommen und können sich ab sofort zur Sitzung anmelden.

Als Sachverständige werden angehört:

  • Martin Turba, M.Sc. Gruppenleiter Netzinfrastruktur & Projekte, stellv. Leiter Fraunhofer Competence Center LAN Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
  • Björn A. Zeeb Entwickler und Mitglied des IPv6- und Security-Teams beim FreeBSD Projekt
  • Gert Döring IPv6-Spezialist bei der SpaceNet AG
  • Christoph Weber Netzwerk und Security Spezialist
  • Ulrich Kühn Referat für Technikangelegenheiten des hamburgischen Beauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
  • N.N.

Hier die jeweils drei an die Experten gerichteten Fragen, auf die sich die Fraktionen geeinigt haben:

Fragen an Herrn Martin Turba

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand bei der Umsetzung und Einführung von IPv6 in Deutschland? Welche Meilensteine wurden bereits erreicht, welche stehen kurz- und mittelfristig bevor?
  2. Welche Bereiche bereiten bisher bei der Umstellung noch die meisten Schwierigkeiten und warum?
  3. Wie steht Deutschland bei der Einführung von IPv6 im europäischen und internationalen Vergleich dar?

Fragen an Herrn Björn A. Zeeb

  1. Wie sind die Abläufe in den Internet-Normierungsgremien bei der Normierung neuer Internet-Standards, welchen Einfluss kann der Gesetzgeber bei der Normierung ausüben und welche Rahmenbedingungen sollte Ihrer Ansicht nach der Gesetzgeber dort setzen bzw. welchen Einfluss ausüben?
  2. Welche neuen Probleme und Herausforderungen sehen Sie im Zusammenhang mit der Einführung von IPv6 in Bezug auf Sicherheit (beispielsweise Schutz von staatlichen und privaten Einrichtungen sowie potentielle Sicherheitsprobleme) und Datenschutz (beispielsweise Profilbildung und Tracking von Endgeräten)?
  3. Der Umstieg von IPv4 und IPv6 geht relativ schleppend voran. Welche Unterstützung zur Einführung von IPv6 kann und/oder sollte der Gesetzgeber bieten?

Fragen an Herrn Gert Döring

  1. Können „Privacy Extensions“ echte Anonymität garantieren, wenn gleichzeitig andere Teile der Adressen eine Rückverfolgung und zumindest grobe geografische Lokalisierung des Standorts zulassen?
  2. Gibt es unter Berücksichtigung dessen eine sinnvolle Lösung, und wie hoch ist der technische Aufwand für Provider?
  3. Die Vorteile sowohl fester, identifizierbarer IP-Adressen als auch dynamischer, komplett anonymisierter IP-Adressen sind bekannt. Ist es denkbar, dass diese Vorteile, unter Ausschluss der Nachteile, gleichzeitig in der selben kleinen Software (Browser) nutzbar sind?

Fragen an Herrn Ulrich Kühn

  1. Welche Verbreitung des IPv6-Standards besteht derzeit bzw. wie viele Verbraucher als Endkunden sind von der Erfassung betroffen und wie viele zum Ende dieses Jahres sein? Worauf stützt sich diese Datenlage?
  2. Die Verbreitung des IPv6-Standards wird von den Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder kritisch bewertet und es werden Schutzvorkehrungen gefordert. Wie bewerten Sie die grundsätzlichen Einschätzungen aus datenschutzrechtlicher Sicht?
  3. Welche technischen, organisatorischen und rechtlichen Maßnahmen und Vorkehrungen sind möglich und im Ergebnis am effektivsten, um angesichts des mit IPv6 einhergehenden Endes dynamischer Adressvergabe und des damit einhergehenden Verlustes eines relativen Schutzes der Daten der Bürger einen vergleichbaren, kompensierenden Schutzstandard zu erzielen?

Anmeldung
Wenn Ihr vor Ort dabei sein möchtet, meldet Euch bitte bis zum 15. Mai 2012, 12 Uhr per E-Mail unter Angabe von Name, Vorname und Geburtsdatum beim Enquete-Sekretariat an. Es wir um Verständnis dafür gebeten, dass die Plätze begrenzt sind. Eine frühzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert. Bitte bringt für den Einlass einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. Um zum Sitzungsaal zu gelangen, nutzt bitte den Eingang West des Paul-Löbe-Hauses. Bild- und Tonberichterstatter werden gebeten, sich beim Pressereferat des Bundestages (Tel. 030/ 227-32929 oder -32924) anzumelden.