Heute ist es wieder so weit: Menschen auf der ganzen Welt feiern den „I love Free Software“-Tag.

Freie und offene Software bildet die Grundlage unzähliger Anwendungen, die Nutzerinnen und Nutzern tagtäglich verwenden – von digitalen Lernplattformen, über sichere Anwendungen für die Heimarbeit, bis hin zur Stärkung der IT-Sicherheit mit guter Verschlüsselung. Freie und offene Software spielt in immer mehr gesellschaftlich relevanten Bereichen eine entscheidende Rolle und ist essentielle Grundlage für unsere Anforderungen in Bezug auf Offenheit, Teilhabe und Sicherheit. Trotzdem bleiben die Menschen hinter den Projekten allzu oft unsichtbar.

Der Tag ist somit auch ein gelungener Anlass, all denjenigen Danke zu sagen, die tagtäglich so wichtige Arbeit für Freie Software und damit auch für das Gemeinwohl leisten.

Auch wir sagen der Free Software Community dieses Jahr erneut Danke für ihren unermüdlichen und oftmals ehrenamtlichen Einsatz, der allen Nutzerinnen und Nutzern zu Gute kommt! Viele Menschen tragen mit ihrem Engagement für freie und offene Software dazu bei, dass unsere digitale Welt transparenter und lebenswerter wird. Es sind zahlreiche Initiativen und Ehrenamtliche, die Innovationen ermöglichen, die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken und die Sicherheit in der digitalen Welt erhöhen. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) und viele andere haben sich erneut durch ihren Einsatz für unsere Gesellschaft verdient gemacht.

Doch es wäre nicht ausreichend, die eigene Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Um freie und offene Software zielgerichtet zu fördern und die Ergebnisse der gesamten Gesellschaft zugänglich machen zu können, braucht es die aktive Unterstützung aus Zivilgesellschaft und Politik.

Als grüne Bundestagsfraktion machen wir uns seit vielen Jahren für einen verstärkten Einsatz freier und offener Software stark und haben immer wieder versucht, unseren Beitrag hierzu zu leisten – durch parlamentarische Anträge und Anfragen, die Organisation von Fachgesprächen oder eigener, offener IT-Gipfel als Alternative zu den Close-Shop-IT-Gipfeln der Bundesregierung, durch die Bereitstellung eigener Open Source Tools oder auch durch die Arbeit in Ausschüssen. Dass nunmehr im Koalitionsvertrag viele Vereinbarungen getroffen wurden, die konkrete Verbesserungen für Freie Software bedeuten, halten wir für einen Meilenstein.

Beim strukturellen Umbau der IT-Sicherheitsarchitektur wird offenen Standards, Open Source-Lösungen und europäische Ökosysteme eine wichtige Bedeutung zuerkannt. Zudem werden für öffentliche IT-Projekte offene Standards zukünftig festgeschrieben. Entwicklungsaufträge werden in der Regel als Open Source beauftragt und die entsprechende Software wird grundsätzlich öffentlich gemacht. Eine Cloud der öffentlichen Verwaltung wird auf Basis einer Multi-Cloud Strategie und offener Schnittstellen sowie strenger Sicherheits- und Transparenzvorgaben gebaut. In der Bildungspolitik wird der Bund gemeinsam mit den Ländern – neben digitalen Programmstrukturen und Plattformen für Open Educational Ressources (OER) – auch die Entwicklung lizenzfreier Lehr- und Lernsoftware unterstützen. Auch bei der Digitalisierung der Landwirtschaft werden Open Source-Formate ausdrücklich unterstützt.

Die Umsetzung der Projekte werden wir als regierungstragende Fraktion konstruktiv begleiten. Dabei ist uns klar, dass die Förderung von Freier und Offener Software ein Thema ist, das wir fortwährend vorantreiben müssen. Für uns Grüne ist klar: Das ist ein lohnenswerter Einsatz!

Wer seine Wertschätzung selbst zum Ausdruck bringen will, kann den neuen Sharepic-Generator der Free Software Foundation Europe (FSFE) nutzen und in den sozialen Medien unter dem Hashtag #ilovefs aktiv werden. Die FSFE feiert heute Abend außerdem mit einer Online-Veranstaltung, in der sie die Aufmerksamkeit auf Freie-Software-Spiele richtet.