Die Zukunft der Utopie – Von technischen Möglichkeiten und sozialen Visionen

Gerade haben wir bereits über eine interessante Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung „Gute Arbeit und ökologisches Wirtschaften in der digitalen Zukunft“, die am 14. Oktober stattfindet, berichtet. Bereits am kommenden Montag, dem 10. Oktober 2014, findet im Rahmen der Reihe „Was du nicht siehst. Konkrete Utopien“ eine weitere interessante Veranstaltung der Stiftung in Kooperation mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung statt.

Vortrag und Gespräch
Die Zukunft der Utopie
Von technischen Möglichkeiten und sozialen Vision
Montag, 10. Oktober 2016, 18.00 – 19.30 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Mit:
Gerhard Matzig
, Journalist und Sachbuchautor

Moderation:  Peter Siller, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin und Michael Knoll, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Berlin

Aus der Einladung:

Wie zuletzt im technikverrückten frühen 20. Jahrhundert erdenkt gerade eine neue Generation von Utopisten die Zukunft der Menschheit. Unternehmer wie Jeff Bezos (Amazon), Larry Page (Google) Elon Musk (PayPal) oder Paul Allen (Microsoft) planen gigantische Wolkenkratzer aus Pflanzen, Marskolonien, Tiefseestädte. Sie versprechen uns Pillen gegen das Alter und das ewige Leben als Mensch-Maschinen-Hybrid. Sie wollen nicht weniger als – eine neue Welt.

Sind die Utopisten aus dem Silicon Valley tatsächlich die Retter der Welt oder geht es hier nur um Macht und Profit? Wie ist ihre visionäre Gestaltungskraft mit der Evolution der Zivilgesellschaft vereinbar? Und: Haben die totalitären Experimente des 20. Jahrhunderts das utopische Denken nicht für immer diskreditiert?

Der Journalist Gerhard Matzig plädiert für eine Renaissance der Utopie, doch sie darf nicht im Technologischen verharren. Er schreibt: „So erweist sich die gegenwärtige Gesellschaft als retardierendes Moment einer Moderne, die sich lediglich der Ökonomie und der Technik verpflichtet fühlt. Die sozialen und politischen Visionen hinken den technischen Möglichkeiten weit hinterher. Was wir brauchen, ist nicht die Imagination einer anderen oder neuen, sondern die Vorstellung einer besseren Welt.“  Wir sprechen mit Gerhard Matzig über die Zukunft der Utopie.

Über die Reihe:

Lange Zeit stand der Utopiebegriff für zukünftige Tröstungen, eine Art vorwärtsgewandtes Heimweh. Während der letzten Jahrzehnte ist „Utopie“ mehr und mehr zu einem spöttischen Schlagwort für sozialromantische Vorstellungen geworden. Hier setzt die Reihe „Was du nicht siehst. Konkrete Utopien“ an. Wir betrachten Techniken, Ideen und soziale Praxen, die sich noch im Larvenstadium befinden, die aber das Gesicht der Welt radikal verändern könnten.

Stream:
Unter http://www.boell.de/de/livestream wird die Veranstaltung gestreamt werden.