14. Sitzung der Enquete-Kommission am 12. Dez 2011 (UPDATE)

Am Montag, dem 12. Dezember 2011, findet ab 13 Uhr die nächste Sitzung der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ statt. Kurzentschlossene können sich bis morgen noch zur Teilnahme an der Sitzung anmelden. Im Rahmen der Sitzung wird unter anderem auch eine öffentliche Anhörung zum Thema „Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt“ stattfinden, zu der verschiedene Expertinnen und Experten  eingeladen sind. Hier findet Ihr eine Liste der eigeladenen Sachverständigen (pdf, 45 KB).

Außerdem steht die Verabschiedung der der Handlungsempfehlungen zum Datenschutz s auf der Tagesordnung. Die zur Anhörung eingeladenen Expertinnen und Experten werden vor allem mit den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf die (digitale) Wirtschafts- und Arbeitswelt beleuchten. Hier findet Ihr eine Übersicht aller Sitzungsunterlagen.

Digitale Wirtschaftswelt
So möchten die Kommissionsmitglieder zum Beispiel wissen, wie Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Gründer an den Hochschulen noch besser unterstützt werden können. Die Kommission möchte auch Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Herausforderungen die Digitalisierung an Geschäftsmodelle und die Wettbewerbsfähigkeit in den klassischen Industriebranchen stellt, was Internetplattformen zur Vernetzung von Unternehmen und Zivilgesellschaft beitragen können und für wen so genannte Co-Working Spaces sinnvoll sind.

I. Fragen zur Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschaft

  1. Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen benötigen eine andere Unterstützung als große Unternehmen bei Gründungs- und Wachstumsfinanzierung, Expansion, Talentsuche sowie bei der Entwicklung ihrer Produkte. Welche Instrumente gibt es hierfür bereits und wie sind diese zu bewerten? Welche Instrumente sollten hinzukommen?
  2. Wie können Gründer sowie insbesondere Ausgründungen an Hochschulen unterstützt werden? Wie kann der Wissenstransfer von Hochschulen zu Start-ups verbessert werden, damit sie von FuE-Ergebnissen der Hochschulen profitieren? Und wie kann vor allem eine Gründerkultur an den Hochschulen nachhaltig gestärkt werden?
  3. Welche Herausforderungen stellt die zunehmende Digitalisierung an die Geschäftsmodelle und an die Wettbewerbsfähigkeit in den klassischen Industriebranchen in Deutschland? Wie wirkt sich dies auf die Arbeits- und Geschäftsprozesse aus und welche Maßnahmen sind für eine erfolgreiche Anpassung nötig?
  4. Wie kann es gelingen, auch in Deutschland eine „Kultur der zweiten Chance“ für gescheiterte Gründer zu etablieren?
  5. Warum sind viele Gründungsversuche, einem großen Beratungsangebot zum Trotz, derzeit nicht nachhaltig erfolgreich. Wo sehen Sie Reformbedarf?
  6. Was können Internetplattformen zur Vernetzung von Unternehmen und Zivilgesellschaft beitragen? Welche Bedeutung hat eine solche Vernetzung für das Wirtschaftsleben einer Stadt oder Region? Wer sollte das Wissen, das auf solchen Plattformen generiert wird, zu welchen Bedingungen nutzen können, und wie sollten diese ausgehandelt werden?
  7. Ein neuer Trend sind Co-Working Spaces. Für wen sind Co-Working Konzepte geeignet, für wen eher nicht?
  8. Wie verstehen Sie Social Entrepreneurship, und inwiefern spielt der digitale Wandel dafür eine Rolle? Welche Rolle spielt soziales Engagement in Zeiten vernetzten Arbeitens, auch auf regionaler Ebene?
  9. Welche Rolle kommt sozial-ökologischen und Open-Business-Geschäftsmodellen in der deutschen Internetwirtschaft jetzt und in Zukunft zu, gerade vor dem Hintergrund des weiter laufenden Transformationsprozesses der Dienstleistungsökonomie?
  10. Wie lassen sich ökologische Nachhaltigkeit und ökonomisches Handeln auf Dauer miteinander verbinden, zum einen hinsichtlich Energie-,Ressourceneffizienz und sozialer Fairness („grün in der Informationstechnologie/Fair IT“), zum anderen hinsichtlich intelligenter Handlungsstrategien und Infrastrukturen („grün durch Informationstechnologie“)?

Digitale Arbeitswelt
Zum anderen geht es etwa um flexible Arbeitsmodelle in der digitalen Arbeitswelt: Welche Rolle spielen mobile Arbeitsmöglichkeiten im Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben? Welche Aspekte und Ausprägungen der Digitalisierung sind für das Work-Life-Balance-Konzept bedeutsam? Welche neuen Beschäftigungsmöglichkeiten können durch digitale Vernetzung entstehen und wo kostet digitale Vernetzung potenziell Arbeitsplätze?

II. Fragen zu Veränderungsprozessen in der digitalen Arbeitswelt

  1. Was charakterisiert digital vernetzte Wirtschaft und Arbeit im Unterschied zu industriegesellschaftlich geprägter Wirtschaft und Arbeit, welche Trends zeichnen sich ab und welche Umstrukturierungen der Arbeitsorganisation und –abläufe mit welchen Folgen für Unternehmen, Arbeitnehmer und öffentliche Hand sind zu erwarten?
  2. Werden flexible bzw. mobile Arbeitsmöglichkeiten der digitalen Arbeitswelt im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben tendenziell als unterstützend oder als hinderlich angesehen/empfunden?
  3. Welches Potenzial kann flexiblen bzw. mobilen Arbeitsmöglichkeiten zugeschrieben werden, um den Anteil von Frauen in der digitalen Arbeitswelt zu erhöhen?
  4. Welche Aspekte und Ausprägungen der Digitalisierung sind für das Work-Life-Balance-Konzept bedeutsam?
  5. Was sind die Inhalte und Zielsetzungen von Work-Life-Balance-Maßnahmen der Unternehmen in der digitalen Wirtschaft?
  6. Wie wirkt digitale Vernetzung potenziell auf grundlegende Bestimmungsfaktoren von Arbeit – z.B. in den Dimensionen Ort, Zeit, arbeitsteilige Organisation, vertragliche Gestaltung, rechtliche Regulierung – aus und welche Chancen für eine Verbesserung / Humanisierung von Arbeit eröffnen sich mit der digitalen Vernetzung und wie kann digitale Vernetzung Freiheitsgrade und Handlungsspielräume von Unternehmen und Beschäftigten bei der Arbeitsorganisation beeinflussen?
  7. Welche Beschäftigtenbilanz ist mittel- und langfristig zu erwarten, welche neuen Beschäftigungsmöglichkeiten können durch digitale Vernetzung entstehen und wo kostet digitale Vernetzung potenziell Arbeitsplätze?
  8. Welche Qualifizierung braucht die digitale Dienstleistungsgesellschaft und wie ist mit der zunehmenden Prekarisierung von Erwerbsformen, die auf flexibler, dienstleistungsorientierter Arbeit mit digital vernetzten Medien beruhen, von staatlicher wie von privatwirtschaftlicher Seite umzugehen?

Übersicht der Fragen an die Experten (pdf, 58 KB).

UPDATE vom 08.12.2011:

Die ersten Stellungnahmen der Sachverständigen sind eingetroffen:

(Liste mit Update vom 12.12.2011 ergänzt)
 

Zwischenbericht Datenschutz
Nach der öffentlichen Anhörung befasst sich die Enquete-Kommission anschließend mit dem Zwischenbericht zum Thema Datenschutz. Teile des Berichts wurden bereits im April 2011 von der Kommission beschlossen. Die Verabschiedung weiterer Berichtsteile wurde danach zweimal verschoben. Auf der Tagesordnung stehen nun die die Kapitel Datenschutz für Kinder und Jugendliche, die Handlungsempfehlungen und der Bericht über die Bürgerbeteiligung in der Projektgruppe.

Der Datenschutz wird Thema des fünften Zwischenberichts der Kommission sein. Einem Tätigkeitsbericht (pdf) folgten die Themen Medienkompetenz (pdf), Urheberrecht und Netzneutralität. Die Zwischenberichte Urheberrecht und Netzneutralität werden im Dezember beziehungsweise im Januar 2012 veröffentlicht werden.

In ihrer Sitzung will die Kommission außerdem noch über die Durchführung öffentlicher Anhörungen zum Beispiel der PG Demokratie und Staat sowie über die Vergabe von Gutachten zu Venture Capital und Green IT beraten und entscheiden.

Anmeldung und Stream
Die 14. Sitzung der Enquete-Kommission ist öffentlich. Besucherinnen und Besucher können sich bis zum 6. Dezember 2011, 12 Uhr über das Enquete-Sekretariat anmelden. Die Sitzung wird per Livestream übertragen, das Video wird ab dem 13. Dezember 2011 erhältlich sein.